Dienstag, 24. September 2013

Sanspareil: Burginspektion


Liebe Liebenden,

da bin ich ja endlich wieder ! Verpflichtungen hielten mich vom Bloggen ab, aber da ich ja Euch und meine Kamera stets in & an meinem Herzen trage, habe ich von allen Ereignissen Fotos für Euch gemacht und werde Euch berichten.

Wir beginnen heute rückwärtsig mit dem noiesten Ausflug nach Sanspareil. Das spricht man französisch "Sohpareij" aus, der Urfranke an sich sagt Sansbarrailll und streckt dabei die Zunge raus.

"Ohne Gleichen" heisst dieser klitzekleine Ort, weil er (Deutschlands schönsten) Felsengarten beheimatet, von dem ich Euch HIER schon berichtet habe. Nach nur 2 Jahren Sanierungszeit, haben es die Eingeborenen tatsächlich vollbracht und so konnte ich endlich auch IN die frisch sanierte Burg zur Inspektion.

Das Schöne am Mamsttum ist, dass ich die Burg tatsächlich für mich ganz alleine hatte !

Und Du darfst bei der exklusiven Führung dabei sein. Denn kommen Se ma mit rein:



Die Burg wurde 1156 erbaut von diesem Schnukelschn hier:


 Bitte folgen Sie mir nun unauffällig in den Burgfried, dem Wehrturm, der Sie in schwindelnde Höh führt.

 Eine rückenfreundliche Treppe höher, gelangen wir in den Rittersaal,
 wo wir ein kleines Fechtduell einlegen. Mein Schwert steht schon bereit.

 HA Schurke - NIMM DIES !

Ok, wir brauchen wohl etwas mehr Platz zum Üben
 Wie ? Du hast Angst ? Dann zieh mal das hier über
 Und nimm Dir einen dieser Zahnstocher hier:
 Ja-ha, ich sehs ein, das ist wirklich zu anstrengend, aber ich wollt Dir ja noch die atemberaubende Aussicht vom Turm aus zeigen. Dazu müssen wir bloss noch DA hoch:
Ürgs, mein Rücken...Dann gibts schon etwas mehr zu sehen und irgendwie wird mir ganz schwummerig...

 Wir müssen aber noch weiter rauf, der Turm is ja schliesslich schnuggeliche 56 Meter hoch...

(Dieser holde Jüngling mit lockgem Haar verfolgte mich die ganze Zeit über:)
 Und noch eine rückenfreundliche Treppe höher

gelangen wir dann zur Aussichtsplattform, wo wir dieses herrliche Panorama nicht sehen können, da uns unser Magen gerade daran erinnert, dass wir nicht schwindelfrei sind und uns gerade undamenhaft über die Brüstung übergeben...
 Nachdem wir dann die Feuerwehr gerufen haben, die uns mit Sprungtuch und Drehleiter gerettet hat, geht es weiter in den Wohnteil der Burg. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Kreuzgewölbe liebe ?

 Ich habe die Burg auch gleich ein wenig dekoriert, ist ja schon Herbstbeginn
 und ein wenig wohnlich eingerichtet hab ich es mir auch

 Aber nachdem mein Magen nun plötzlich leer war, verspüre ich großen Hunger. Lass uns daher wieder raus und zum Schloßcafe schlendern, vielleicht gibts da wieder einen großen Eimer Eis mit Erdbeeren für mich.




 Mist, geschlossen. Aber sehr malerisch.

Da müssen wir wohl nochmal vorbeikommen- näxtes Mal wart ich aber unten, weil ich - äh, auf Dukie und Minnie aufpassen muss....

Es winkt aus Klein Gallien, Dein Schlossführer






Donnerstag, 16. Mai 2013

Das kulinarische Bulgarien


Werte Gourmets und Gourmetissinnen,

ich hatte Euch ja HIER versprochen, Euch noch mehr vom Land der Bulgaren zu zeigen. Kommt mit auf eine kulinarische Reise und schlemmt mit mir unbekannte Spiesen, Desserts und lernt die Spezialitäten des Landes kennen.

Kochen können sie, die Eingeborenen und weil das Land zu arm für Importe ist, bauen sie fast alles selbst an, was der Qualität und den Geschmacksknospen zugute kommt. Da es ein sehr großes Land und klimatisch begünstigt ist (es gibt auch Berge mit Weinanbaugebieten und schliesslich das Schwarze Meer mit Salinen und allerlei heimischen Fisch), gibt es in Bulagrien alles, was der Bauch begehrt.

Eine unendliche Auswahl an Obst und Gemüse, von einer Geschmacksintensität sondersgleichen erwartet einen, wenn man über die zahlreichen Märkte schlendert, was bei einer Auslandsreise eine meiner liebsten Beschäftigungen ist.


Emsiges Treiben, schreiende Marktleute, die ihre Ware anpreisen, exotische Düfte von Gewürzen und Blumen, handgemachte Töpferware in landestypischen Mustern und ofenfest, Berge voller Oliven, kaltgepresste Öle, und natürlich tausende Varianten des berühmten bulgarischen Schafskäses, dem Sirene (Betonung aufs i)
 
via

Wenn Bulgarien für etwas berühmt ist, dann für Joghurt, Schafskäse und Rosenöl (Botaniker unter uns kennen sicher die berühmte Bulgarische Rose, aus der Öle, Rosenwasser, Seifen und Parfüm hergestellt wird. Eine besonders duftintensive pinkfarbene Rose.)
Bild von hier




riesige Tomaten, die so intensiv schmecken, dass es auf der Zunge explodiert





Es gibt alles, was das Herz, besser-gesagt der Bauch begehrt, nur waren leider die Lebensmittel teilweise teuerer als in Deutschland. Wohingegen Restaurantbesuche erstaunlich viel günstiger waren und so war es kein Wunder, dass ich mich täglich mehrmals ( ! ) in gehobenen Restaurants mästen ließ....

Da die Bulgaren ja den Joghurt erfunden haben, deucht es nicht wunder, dass sie auch den leckersten Joghurt produzieren und so gibt es das Zeug zu fast jedem Essen.
Gegrillte und panierte Spitzpaprika mit Knoblauch, Schopska Salata (natürlich mit Schafskäse) und Tarator, einer Joghurtsauce mit Gurken und Dill

Petersilienfrikadellen in Joghurtsauce

Nachdem ich mich durch jede erdenkliche Spezialität gefuttert habe, besuchte ich noch mehr Sehenswürdigkeiten. Hier den berühmten Volkspalast im Zentrum Sofias, den manche in Filmen entdecken werden (zuletzt in Stallones neuestem Film) die einem vorgaukeln, dass dies in Russland wäre....



Hier befand sich bei sengender Hitze (35 Grad im Schnitt im September !) der einzige noch in Betrieb gehaltene Brunnen Sofias, denn es fiel seit 5 Monaten kein Tröpfchen Wasser vom Himmel, das Wasser wurde Nachts von der Regierung abgestellt, um es so zu reglementieren und einzusparen und die hunderttausende Strassenhunde und Katzen nebst Vögeln litten unsäglich unter der Hitze. Der einzige Fluß in der Stadt ist intelligenterweise so steil betoniert, dass die Tiere fast gar nicht an den austrocknenden Rinnsal kamen....

Hier der "Fluss" mit tollem Steilufer, ein unüberwindbares Hindernis für Tiere, besonders die kranken und alten....


Die Menschen litten auch sehr unter der Hitze, auch wenn sie solche Temperaturen gewöhnt sind.

Völlig erschöpft beschlosste ich eine kleine Stärkung zu mir zu nehmen. Nur SO ließ sich das lange Kulturprogramm bewältigen.


Ich besuchte auch das Grab des ersten Prinzen von Bulgarien, ein Deutscher übrigens, Prinz Alexander I. von Battenberg, der das Land einte und vergrößerte (Klick aufs Bild lässt die Geschichte dazu in Groß lesen)



Nach diesem anstrengenden Programm der Kranzniederlegung brauchte ich erst einmal ein wenig Kuchen und Kaffee, in einem der zahlreichen und wunderschönen Straßencafes. Hier gibt es leckere Schweinereien, klebrig süße, honig-triefende Köstlichkeiten aus aller Welt:



Macaroons, Baklava, Tulumba

Nur so war es mir überhaupt möglich, danach überhaupt noch weiterlaufen zu können.
Denn ich musste ja noch emsig Postkarten schreiben. Allein die Masse der Briefkästen verwirrte mich sehr, so dass ich hoffte, meine trilliarden Postkarten in die richtige Box eingeworfen zu haben...
schick, aber sehr verwirrend....
Die Eingeborenen haben mich natürlich wieder maßlos verwöhnt und neben dem Staatsempfang auch eine Militärparade für mich veranstaltet, obwohl ich doch eigentlich bescheiden und inkognito reiste

 Aber sie haben sich so eine Mühe dabei gegeben und die Beine in die Höh geworfen,
 dass ich ihnen soifzend doch noch folgte....
Dann durfte ich das Parlament eröffnen

Und schliesslich das Mamstdenkmal feierlich enthüllen:

 Diese Ähnlichkeit ist frappierend !

Nachdem mich diese Aktion dermaßend angestrengt hatte, brauchte ich natürlich erst einmal eine kleine Stärkung:
Satch, ein Nationalgericht, serviert in der heissen Eisenpfanne

War ja schliesslich endlich Abendbrotzeit....

Um dann totmüde und völlig ausgehungert ins Bett zu fallen. Da am nächsten Morgen wieder so ein Marathon auf mich wartete, der den sicheren Hungertod für mich bedoiten könnte, nahm ich mir fest vor, das nur mit einem Rucksack voller Lunchpakete aushalten zu können.

Euere gemästete und RUNDum befroite

Eve
die irgendwie beim Betrachten dieser Bilder schon wieder Hunger bekommt....

Rezepte und Infos über die Bulgarische Küche gibt es Hier und Hier

Bei der Völlerei vergaß ich natürlich meine Freunde nicht.
  






Volksbad aus dem Jugendstil








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