Die Sau -
Eben noch im Wald, jetzt schon auf unserer Showbühne...........
Heute gibt es im unikumatösen Haushalt einen typisch Fränkischen Schweinebraten. Eigentlich hätte es ein Schäuferla werden sollen, das ist das Stück aus der Schulter mit Knochen, der wie eine Schaufel aussieht, deswegen Schäuferla (mit Verkleinerungsform), wobei die unterzeichnende Autorin eher die Version Schaufel (ohne Verkleinerung) bevorzugt)
So heute zeig ich Euch mal, wie Herr & Frau Unikum das machen.
Die Sau haben wir ja schon vorher auf der Pirsch erlegt. Dann nimmt man ein ordentliches Stück aus dem Rücken, dem Nackend oder Schulter, für eine Person reichen 1 kg wie hier gerade schön aus.
Beim Schäuferla wär auch noch die Fett-Schwarte vorhanden, die mit einem Messer in Rauten eingeritzt wird, damit das Fett schön knusprig wird. Das zeige ich Euch, wenn es wieder welche in freier Wildbahn gibt.
Aber da wir ein wenig auf unsere Linie achten wollen, gibt es heute nur diesen
Diät-Schweinebraten. Den brät man jetzt inner Pfanne von allen Seiten (auch den 4 seitlichen Seiten) mit Öl kräftig an. Dann schmeisst man Zwiebeln, Karotten (hier heissen sie gelba Rübn) (Möhrchen), Sellerie und Lauch dazu und brutzelt das so lange mit, bis man Schillers Glocke aufgesagt hat, denn wir sind ja ein intellektuelles Kochstudio.
Die unikumatöse Version davon geht so:
Loch in die Erde- Glocke rin, Glocke hoch - bim bim bim.
(Weil das ein wenig ZU kurz wäre, bitte insgesamt, 5,27 Mal aufsagen.)
Den albernen Petersilienstengel hat Herr Unikum zwecks der Optik beigefügt, der ist aber völlig ohne jede Funktion. (Also der Stengel)
Dann gebe man Salz, Pfeffer dazu, auch von allen Seiten und die Sau darf dann in die Bratenform umziehen und wird im Ofen bei 160 Grad Umluft im Schatten für gesamt ca. 2 Stunden weiter bei Laune gehalten.
Wir begeben uns wieder in die obere Etage zur Pfanne und fügen einen Klecks Tomatenmark zum Gemüse, damit es sich nicht mehr so einsam vorkommt.
Dann gibt man einen Spruz gutes Bier dazu, das qualmt dann ordentlich, ungefähr so:
Und sobald man die Pfanne wieder erkennen kann, kippt man Wasser darüber, bis alles Gemüse sein Seepferdchen bestehen kann.
Dann erfolgt die Wiedervereinigung und es wächst zusammen, was zusammen gehört: Man kippt die ganze Soßen-Chause auch zur Sau in die Bratenform und schiebt alle zusammen in die Sauna der unteren Etage.
Damit die Sau ihr seine zarte Haut nicht verbrennt, empfehle ich statt Lichtschutzfaktor 3.000 lieber eine schicke Decke aus Alufolie, denn die kann jetzt schon ein Weilchen da im Ofen brutzeln. Wenn man die Schäuferla Variante macht, dann braucht man die Aludecke nicht, denn dann schützt die Fettschwarte die zarte Haut.
Während dessen kann man wunderbar seine Möbel streichen oder neue Gedichte auswendig lernen, aber ab und zu sollte man schon nach der Sau sehen, ob sie einen neuen Sauna Aufguss braucht. Denn sonst würde das Gemüse sehr aufdringlich werden und an der Sau kleben.
Zum Schluss trennt man Sau und Gemüse schon wieder, um das Gemüse durch ein Sieb zu passieren und damit eine Sauce zu zaubern. Wem es sämiger besser gefällt, darf gerne ein wenig Kartoffelstärke mit warmen Wasser anrühren und in die Sauce rühren. Nochmals einreduzieren lassen und fertig ist das.
Es gibt wunderbar fertigen Klosteig, daraus dreht man sich Knödel, und lässt sie im siedenden (nicht mehr blubbernden) Salz-Wasser schwimmen bis die zeigen, dass sie raus möchten, indem sie oben schwimmen.
Bei uns in Franken ißt man Wirsing (frk: Wärsching) im Winter dazu, der wird einfach gewaschen und in Streifen geschnibbelt und mit etwas Speck und Zwiebeln angebraten.
Salz, Pfeffer und einen Hauch Muskat steht ihm gut, und schliesslich zur besseren Verdauung gebe man noch ein ordentliches Stück Butter dazu.
Das Ganze mit etwas Brühe übergießen und kochen lassen, wer nach Weightwatchers zählt, braucht noch einen ordentlichen Schuss Sahne im Topf. Wer die Trennkost Diät bevorzugt, kann den Wirsing auf einem Schüsselchen getrennt von dem Braten servieren.
Dazu reiche man ein kräftiges Bier und als Nachtisch passt ein leichter
Germknödel mit Butter-Mohn-Sauce hervorragend.
Ich bin selbst ganz begeistert von dieser gesunden Diät !!
Von Tischreservierungen bitten wir abzusehen, da wir bis ins Jahr 17 A.U. ausgebucht sind und die Sau eh schon alleine aufgefuttert haben :-)
Mahlzeit & Prost !